Blinddarm statt Strandbar – und wer bringt jetzt euch und den Camper nach Hause?

Auslandsreisekrankenversicherung: Schutz für euch unterwegs.

Eine Erkrankung oder ein Unfall kann auch auf einer Wohnmobilreise passieren. Eine Auslandsreisekrankenversicherung kann versicherte Behandlungskosten übernehmen und bei Bedarf einen Krankenrücktransport organisieren.

Reicht die normale Krankenversicherung?

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet über die Europäische Krankenversicherungskarte in vielen europäischen Ländern einen grundlegenden Schutz. Ihr erhaltet damit medizinisch notwendige Leistungen nach den Regeln des jeweiligen Landes. Eigenanteile und private Behandlungen können jedoch zu euren Lasten gehen.

Einen Krankenrücktransport nach Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nicht. Deshalb ist zusätzlicher Auslandskrankenschutz auch bei Reisen innerhalb Europas sinnvoll. Privatversicherte sollten prüfen, welche Auslandsleistungen ihr bestehender Vertrag enthält. 

Worauf solltet ihr beim Abschluss achten?

  • Krankenrücktransport: Der Tarif sollte bereits einen medizinisch sinnvollen und vertretbaren Rücktransport abdecken – nicht erst einen medizinisch notwendigen.
  • Dauer der einzelnen Reise: Eine Jahresversicherung erlaubt nicht automatisch einen durchgehenden Auslandsaufenthalt von mehreren Monaten. Für längere Touren kann ein Langzeittarif nötig sein.
  • Reiseländer: Prüft, ob alle Ziele eingeschlossen sind. Besonders für Reisen in die USA oder nach Kanada können andere Tarife gelten.
  • Behandlungen und Medikamente: Achtet auf Leistungen für ambulante und stationäre Behandlungen, verordnete Medikamente sowie schmerzstillende Zahnbehandlungen.
  • Vorerkrankungen: Klärt, welche Regelungen für bestehende Erkrankungen und unerwartete Verschlechterungen gelten. Geplante oder bereits absehbare Behandlungen sind häufig ausgeschlossen.
  • Selbstbeteiligung und Notruf: Prüft euren Eigenanteil und ob eine rund um die Uhr erreichbare Notrufzentrale unterstützt.

Die Formulierung zum Rücktransport ist besonders wichtig: „Medizinisch notwendig“ kann deutlich enger sein als „medizinisch sinnvoll“. 

Was passiert, wenn ihr unterwegs krank werdet?

Bei einem medizinischen Notfall holt ihr zuerst Hilfe – innerhalb der EU über 112. Kontaktiert bei einem Krankenhausaufenthalt, größeren Behandlungen oder einem möglichen Rücktransport möglichst früh die Notrufzentrale eures Versicherers. Bewahrt Rechnungen, Zahlungsbelege und medizinische Unterlagen auf.

Wichtig für Camper: Ein Krankenrücktransport bringt nicht automatisch auch euer Wohnmobil nach Hause. Hilfe bei Fahrerausfall und den Rücktransport des Fahrzeugs müsst ihr gesondert über euren Schutzbrief oder eure Assistance prüfen.

Unser Tipp vor der Abfahrt:

Speichert Versicherungsnummer und Notrufkontakt auf dem Smartphone und zusätzlich offline. Prüft vor jeder längeren Tour die maximal versicherte Reisedauer und ob alle Mitreisenden eingeschlossen sind. Verlasst euch bei Kreditkarten oder Mitgliedschaften nicht allein auf den Hinweis „Reiseversicherung inklusive“, sondern schaut in die konkreten Bedingungen.

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